Die Libelle
Ursprünglich wurde die Vorbesitzerin des Grundstücks bei der Gestaltung von Haus und Garten durch die Provence inspiriert. Wir nahmen diese Elemente dankbar auf und wissen sie sehr zu schätzen. Allerdings sind wir dabei, viele Bereiche nach und nach umzugestalten. Dabei spielen meist praktische und ästhetische Aspekte eine Rolle, aber vor allem ökologische. Diese Ansprüche müssen sich nicht zwangsläufig widersprechen, wofür wir mit diesem Garten ein Beispiel geben wollen.
Denn Libellenhain ist mit der "Natur im Garten"-Plakette ausgezeichnet worden, was bedeutet, daß er ohne chemisch-synthetische Pestizide, ohne Kunstdünger, ohne Torf-Produkte und im Einklang mit der Natur und ihren Geschöpfen gepflegt wird (näheres dazu hier).
Mit der Auszeichnung bin ich eine Verpflichtung eingegangen, die mir sehr am Herzen liegt: Stets nach den Grundsätzen von "Natur im Garten" zu handeln. Deshalb sind bei uns viele Ecken und Bereiche naturbelassen oder scheinbar unaufgeräumt. Aber nur so können all die wichtigen Insekten und Lebewesen überleben und sich vermehren, die z.B. den Vögeln als Nahrung und zur Aufzucht ihrer Jungen dienen.
Merke: die Natur ist auch nicht ordentlich!
Ausserdem wird möglichst alles, was im Garten anfällt, wieder einer neuen Verwendung zugeführt, so werden z.B. alle dornigen Zweige zur "Benjeshecke" aufgeschichtet und Äste und Wurzeln zur "Käferburg".
Gartenfeuer zum Verbrennen von sogenanntem "Garten-Abfall" lehnen wir ab. Nichts ist Abfall, alles wird kompostiert. Dafür gibt es viele verschiedene Gelegenheiten, die mit allem gefüllt werden, was im Garten gejätet, abgeschnitten oder zusammengeharkt wird und die wunderbaren Kompost liefern.
Es ist noch ein langer Weg, denn eigentlich ist der Garten noch kein "richtiger" Naturgarten, dafür befinden sich immer noch viel zu viele Neophyten in den Beeten. Aber es ist es unser Ziel, die invasiven Arten und solche, die keinen Nutzen für die heimische Fauna haben, nach und nach durch heimische Gewächse zu ersetzen.
Der Hain
Dieses Fleckchen Erde ist im wahrsten Sinne des Wortes ein kleiner Hain, beherbergt es doch eine Fülle von unterschiedlichen Bäumen und Sträuchern. Unter anderem Quitten, Maulbeeren, Mehlbeeren, Aronias, Kornellkirschen, Elsbeeren und die seltene Mispel, um nur einige zu nennen. Leider hatten wir schon einige Ausfälle bei den vorhandenen Bäumen. Stürme und Pilze haben etliche Bäume gefällt. Aber es wird beständig "aufgeforstet", in der Hoffnung, dass die neuen Bäumchen stabiler sind.
Die meisten der vielen Rosen und Päonien gab es bereits. Dazu gekommen sind verschiedenste Stauden, Kräuter, Magnolien und einige Kamelien (beide Gehölzarten würde ich allerdings jetzt nicht mehr pflanzen) und hunderte von Zwiebelblühern. Neu gestaltet wurde auch eine Sonnen-Terasse mit Aeonium und einer Agapanthus-Sammlung. Auf der schattigeren Terrasse am Haus gibt es eine kleine Aurikel-Sammlung.
Unser Highlight liegt im mittleren Garten, das englische Gewächshaus. In ihm wachsen viele Tomaten, Paprika, Auberginen, Gurken und ein Lotus. Daneben liegt der im Aufbau befindliche Hochbeet-Nutzgarten.
Der Weg zum Gewächshaus führt durch eine Annabelle-Hortensien-Allee. Auch die gab es hier bereits und ich hätte sie so nie gepflanzt. ABER: Sie sieht wirklich wunderschön aus und darf bleiben. Eigentlich gab es in der Allee auch Steppenkirschen, die mit ihren Kugelkronen wunderbar mit den Hortensien harmonierten. Leider sind alle erkrankt und mussten entfernt werden. Als Ersatz wird gerade eine Reihe von 5 riesigen Rosenbögen installiert, die mit Clematis berankt werden sollen.
Nicht weit davon, im unteren Garten, leben unsere Hühner, die einen großen Teil des unteren Gartens ganz für sich haben. Der ist mit Obstbäumen und vielen Aronias und Brombeeren bewachsen und bietet den Zwerg-Wyandotten viel Abwechslung.
Das Alles vereint sich malerisch auf einem über 2000 qm großem Gelände, das durch Hecken in drei Räume aufgeteilt ist und so zum Erforschen und Verweilen einlädt.
Besonders reizvoll: Das Grundstück erstreckt sich in einem leichten Gefälle direkt bis zu einem kleinen Nebenarm der Havel, der sogenannten Lanke. Beim Gang durch den Garten wird der Blick immer wieder über die Wiesen der Havelauen gelenkt, der hier als ein zentrales Gestaltungselement eingesetzt wird.
Im Frühjahr und Herbst ziehen Scharen von Kranichen und Wildgänsen über den Garten und lassen sich auf den Wiesen nieder, ein herrliches Spektakel!